Flakkampfabzeichen der Freien Stadt Danzig
Dieses seltene Abzeichen stammt aus der kurzen Periode der Freien Stadt Danzig (1920–1939), die nach dem Ersten Weltkrieg als halbautonomes Gebiet unter Aufsicht des Völkerbundes bestand. Es wurde vermutlich 1938 oder 1939 gestiftet und an Angehörige der lokalen Flak-Einheiten verliehen, die für den Schutz des Hafens, der Industrieanlagen und des Luftraums verantwortlich waren.
Das Design zeigt einen Adler, der ein Hakenkreuz hält, über zwei nach oben gerichteten Flakgeschützen – wahrscheinlich 8,8 cm-Geschütze –, Sinnbild für die Wachsamkeit und technische Stärke der Danziger Luftabwehr. Die Anlehnung an das Emblem der Luftwaffe verweist auf die enge Verbindung zu deutschen militärischen Strukturen, obwohl Danzig zu diesem Zeitpunkt formal noch kein Teil des Reiches war.
Gefertigt wurde das Abzeichen aus versilbertem Metall oder Weißmetall in einer Größe von etwa 42–48 mm und einem Gewicht von rund 19 g. Die Rückseite ist glatt, mit senkrechter Nadel und ohne Herstellerkennzeichnung, was auf eine lokale Fertigung hinweist.
Nach der Eingliederung Danzigs in das Deutsche Reich im September 1939 wurde die Verleihung eingestellt. Aufgrund der geringen Auflage und des abrupten Endes gilt das Flakabzeichen Danzig heute als außerordentlich seltenes Sammlerstück. Es dokumentiert die militärische Entwicklung und Selbstorganisation Danzigs in den letzten Monaten vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und besitzt daher hohen historischen und dokumentarischen Wert.