Kragenspiegel für die Pelerine der Landesschützen-Gebirgstruppe, ein Uniformdetail der alpinen Verbände der k.k. Landwehr, der österreichischen Komponente der Streitkräfte der Habsburgermonarchie. Die Landesschützen wurden vor allem in den alpinen Gebieten der Monarchie rekrutiert, besonders in Tirol, Trentino und Vorarlberg, und gehörten zu den Einheiten, die am stärksten mit dem Dienst im Hochgebirge verbunden waren.
Diese Kragenspiegel waren für den Kragen der Pelerine bestimmt, also für ein äußeres Schutzkleidungsstück, das über der Uniform getragen wurde. Für Gebirgstruppen war ein solches Kleidungsstück besonders wichtig, da Kälte, Wind, Regen und Schnee den Dienst in alpinen Räumen stark bestimmten. Die Pelerine gehörte zur charakteristischen Ausrüstung der Landesschützen und prägte das Erscheinungsbild der österreichisch-ungarischen Gebirgstruppen.
Im Unterschied zu den Kragenspiegeln der Feldbluse waren diese Stücke nicht durch ein aufgesetztes Edelweiß gekennzeichnet. Ihre Besonderheit lag vor allem in der eigenständigen Form: ein längliches Abzeichen mit dreieckigem oberen Abschluss, darunter nach innen geschwungenen Seiten, wodurch die Mitte schmaler wirkte, und einem unteren Bereich, in dem die Seiten wieder nach außen ausliefen und in einer eher rechteckigen Endung abschlossen. Insgesamt entstand eine markante, vertikale Form zwischen Rechteck und Dreieck, mit deutlich eingezogener Mittelpartie.
Im österreichisch-ungarischen Uniformsystem gehörten solche Kragenabzeichen zur Tradition der Paroli, also farbiger oder geformter Stoffstücke am Kragen, mit denen Truppengattung, Einheit, Spezialität oder Zugehörigkeit kenntlich gemacht wurden. Ihr Zweck war nicht nur dekorativ: Auch auf einem äußeren Kleidungsstück wie der Pelerine blieb dadurch die militärische Zugehörigkeit sichtbar, selbst wenn die darunterliegende Uniform verdeckt war.
Historisch gehören diese Kragenspiegel zur materiellen Kultur der österreichisch-ungarischen Gebirgstruppen vor und während des Ersten Weltkriegs. Die Landesschützen dienten in schwierigem Hochgebirgsgelände, wo Uniformstücke zugleich praktisch, wetterfest und erkennbar sein mussten. Die Kragenspiegel für die Pelerine zeigen genau diese Verbindung von Funktion und militärischer Kennzeichnung.
Besonderheit: Die komplexe Form dieser Kragenspiegel macht sie aus uniformkundlicher Sicht besonders interessant. Es handelte sich nicht um einfache rechteckige Stoffstücke, sondern um sorgfältig zugeschnittene Abzeichen mit einer eigenen Silhouette, die am Kragen der Pelerine klar sichtbar blieb.

