Kragenspiegel der Landesschützen-Gebirgstruppe des österreichisch-ungarischen Heeres, ein charakteristisches Uniformabzeichen der alpinen Verbände der k.k. Landwehr, der österreichischen territorialen Komponente der Streitkräfte der Habsburgermonarchie. Die k.k. Landesschützen wurden vor allem in Tirol, das damals auch das Trentino umfasste, sowie in Vorarlberg rekrutiert. Ab 1906 gehörten sie zum System der k.k. Gebirgstruppen, also der Gebirgseinheiten der österreichisch-ungarischen Streitkräfte. Am 16. Januar 1917 erhielten sie als Anerkennung ihrer Leistungen die Bezeichnung Kaiserschützen.
Die Kragenspiegel wurden am Kragen der Uniformjacke getragen und gehören zur österreichischen Tradition der Paroli, also der am vorderen Kragen angebrachten Abzeichen zur Kennzeichnung von Truppengattung, Einheit und Dienstgrad. Bei den Gebirgstruppen der Landwehr war die Waffenfarbe grasgrün. Das auffälligste Erkennungszeichen war das Edelweiß, das auf beiden Seiten des Kragens angebracht wurde. Für Mannschaften bestand es gewöhnlich aus geprägtem Metall, während es bei Offizieren in Silberfaden gestickt sein konnte.
Uniformkundlich sind diese Kragenspiegel besonders mit dem 1908 eingeführten Gebirgs-Feldanzug M.08 verbunden. Diese Gebirgsuniform war für den alpinen Einsatz entworfen und aus hechtgrauem Wolltuch gefertigt. Auf dem umgelegten Kragen der Feldbluse wurden rechteckige grüne Kragenspiegel mit Dienstgradabzeichen getragen; das Edelweiß kennzeichnete dabei ausdrücklich die Zugehörigkeit zur Gebirgstruppe. Dadurch unterschieden sich die Landesschützen sichtbar von anderen Infanterieverbänden der Donaumonarchie.
Historisch waren die Landesschützen eng mit dem Krieg im Hochgebirge verbunden. Vor und während des Ersten Weltkriegs dienten sie in alpinen Räumen wie den Dolomiten, an der Gebirgsfront und in anderen schwer zugänglichen Gebieten der Monarchie. Ausbildung, Geländekenntnis, Marschleistung und Widerstandsfähigkeit waren für diese Einheiten entscheidend. Die Kragenspiegel waren daher nicht nur dekorative Uniformteile, sondern sichtbare Zeichen einer militärischen Spezialtruppe, deren Identität unmittelbar mit dem Gebirge verbunden war.
Besonderheit: Neben dem Edelweiß am Kragen trugen die Landesschützen/Kaiserschützen am Feldkappi den typischen Spielhahnstoss, einen Federbusch aus Schwanzfedern des Birkhahns. Dieses Zeichen galt als besonders charakteristisches und mit Stolz getragenes Symbol des Korps.

