Dolch im SS-Stil mit der Inschrift „Alles für Deutschland“, äußerlich an den bekannten SS-Ehrendolch angelehnt, jedoch mit einer wesentlichen Besonderheit: Auf der Klinge steht „Alles für Deutschland“, eine Devise, die normalerweise mit dem SA-Dienstdolch verbunden ist, nicht mit dem regulären SS-Dolch. Der SS-Ehrendolch wurde 1933 als Zeremonial- und Uniformwaffe der Schutzstaffel eingeführt. Seine Form orientierte sich an Vorbildern des 16. Jahrhunderts, mit zweischneidiger Klinge, ausgeprägter Mittelrippe, schwarzem Griff und metallenen Beschlägen.
Beim regulären SS-Dolch trug der schwarze Griff den politischen Adler und das SS-Runenzeichen; die Scheide war üblicherweise schwarz lackiert und mit hellen Metallbeschlägen versehen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Klinge war jedoch die Devise „Meine Ehre heißt Treue“, die als Motto der SS verwendet und längs auf die Klinge geätzt wurde. Die Inschrift „Alles für Deutschland“ bildet daher eine nicht reguläre Kombination, da diese Formel zur SA gehörte und auf deren Dienstdolchen verwendet wurde.
Aus historischer und sammlerischer Sicht liegt das Interesse dieses Stückes genau in dieser ikonographischen Abweichung: Die äußere Gestaltung verweist auf den SS-Dolch, während die Klinge eine Devise trägt, die mit der SA verbunden ist. Eine sachlich korrekte Beschreibung sollte es daher nicht als gewöhnlichen SS-Dolch bezeichnen, sondern als Dolch im SS-Stil mit SA-Devise oder als Stück mit einer nicht den bekannten Standardmodellen entsprechenden Kombination.
Die Zeremonialdolche des Dritten Reiches waren in erster Linie Identitäts- und Uniformgegenstände. Sie dienten weniger als praktische Kampfwaffen, sondern als sichtbare Zeichen von Zugehörigkeit, Rang und Organisation. Gerade deshalb war die Klingeninschrift bedeutsam: Sie war nicht nur ein dekoratives Detail, sondern ein zentrales Element der organisatorischen Zuordnung.
Besonderheit: Bei deutschen Dolchen dieser Zeit kann bereits eine einzige Klingeninschrift die Zuordnung des Stückes verändern. „Alles für Deutschland“ verweist auf die SA, während Griff- und Formelemente an den SS-Dolch erinnern. Diese ungewöhnliche Verbindung macht das Objekt besonders erklärungsbedürftig.