Dieser Becher, als Trinkbecher zur deutschen Feldflasche 31 gehörend, ist Teil des standardisierten Feldflaschensystems, das am 23. März 1931 eingeführt wurde. Seine Kontur wurde so gestaltet, dass er sich platzsparend an den unteren Teil der Feldflasche anfügt und gemeinsam mit ihr getragen werden kann. Damit gehörte er zu den funktionalen Bestandteilen der persönlichen Feldausrüstung des deutschen Soldaten.
Frühe M31-Becher bestanden aus Aluminium. Im weiteren Kriegsverlauf wurde Aluminium jedoch zunehmend für wichtigere militärische Produktionszwecke benötigt, sodass die Becher zunächst auch in Bakelit und später zum Teil in Stahl gefertigt wurden. Die schwarze Bakelit-Ausführung steht daher für die kriegsbedingte Materialumstellung und für die Rationalisierung der deutschen Ausrüstungsfertigung während des Zweiten Weltkriegs.
Der Kunststoff- beziehungsweise Bakelitbecher erfüllte dieselbe Grundfunktion wie die frühe Metallversion: Er diente als leichter Trinkbecher und als praktisches Zusatzstück zur Feldflasche. Originale Stücke erscheinen typischerweise in schwarzer Farbe; einige Beispiele sind hersteller- oder jahresmarkiert, andere bleiben ohne sichtbare Markierung, was ebenfalls bei zeitgenössischen Originalen belegt ist.
Obwohl es sich um ein kleines Ausrüstungsteil handelt, dokumentiert der M31-Feldflaschenbecher aus Bakelit sehr anschaulich die Entwicklung der deutschen Militärausrüstung: weg von den früheren, metallreicheren Ausführungen hin zu stärker vereinfachten und materialökonomischen Kriegsfertigungen. Gerade dadurch besitzt dieses Stück nicht nur praktischen, sondern auch deutlichen dokumentarischen Wert innerhalb der Ausrüstungsgeschichte der Wehrmacht.