Das Y-Tragegestell aus Leder der deutschen Heerestruppen, offiziell als Koppeltragegestell bezeichnet, gehörte zu den wichtigsten Bestandteilen der persönlichen Feldausrüstung eines deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs.
Dieses Tragesystem wurde entwickelt, um das Gewicht der umfangreichen Ausrüstung zu tragen, die am Koppel (Dienstgürtel) befestigt war. Die Konstruktion ermöglichte eine bessere Gewichtsverteilung zwischen Hüfte und Schultern und erhöhte dadurch Komfort und Stabilität während langer Märsche oder im Gefecht.
Die Konstruktion bestand aus zwei vorderen Lederriemen, die über die Schultern verliefen, und einem einzelnen hinteren Riemen, der entlang des Rückens verlief und so die charakteristische Y-Form bildete. Über Metallhaken wurden die Riemen direkt am Koppel befestigt.
Zusätzliche Ringe, Schlaufen und Haken ermöglichten das Anbringen verschiedener Ausrüstungsgegenstände der deutschen Standardfeldausrüstung, darunter:
Patronentaschen,
Feldflasche,
Kochgeschirr (Kochgeschirr M31),
Tornister oder Sturmgepäck,
Spatenhalterung,
Gasmaske und weitere Feldgeräte.
Dieses modulare System erlaubte es dem Soldaten, seine Ausrüstung je nach Einsatz und Auftrag anzupassen.
Die Riemen wurden aus starkem Rindsleder gefertigt. Frühe Ausführungen waren meist naturbraun, während viele später entsprechend den Vorschriften der Wehrmacht schwarz gefärbt wurden. Die Beschläge bestanden gewöhnlich aus Stahl oder Eisen, oft brüniert oder feldgrau lackiert.
Das Y-Tragegestell wurde hauptsächlich von Mannschaften und Unteroffizieren der Wehrmacht getragen. Offiziere verwendeten in der Regel andere Ausrüstungsvarianten.
Die Herstellung erfolgte durch zahlreiche deutsche Lederwaren- und Sattlerbetriebe, die im Auftrag der Wehrmacht militärische Ausrüstung produzierten. Originalstücke tragen häufig Herstellerstempel, Jahreszahlen und Abnahmemarkierungen, die eine genaue Identifizierung der Produktion ermöglichen.
Heute gelten diese Y-Tragegestelle als eines der typischsten Elemente der deutschen Feldausrüstung des Zweiten Weltkriegs und sind ein bedeutender Bestandteil historischer Uniform- und Ausrüstungsreproduktionen.